Grabmal


Ruhe finden

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Nachdem Webern am 15.09.1945 verstorben war, fand vier Tage später das Begräbnis statt, welches von dem Dechant Peter Ehrenstrasser zelebriert wurde. Es waren neben Wilhelmine Webern und den Töchtern der Weberns Maria, Christine und Amalie nur wenige Menschen bei der Totenmesse anwesend. Nach dem Tod von Anton blieben Wilhelmine, Maria und ihr Ehemann Ferdinand sowie deren Kinder weiter in Mittersill. Wilhelmine wohnte dann in dem Haus in der Anton Webern Gasse – Weberns Todesort -, wo sie am 29. Dezember 1949 an einem Gehirnschlag verstarb. Am 02.01.1950 fand ihr Begräbnis statt und sie wurde anschließend neben ihren Mann beigesetzt. Maria und ihre Familie waren noch bis 1953 in Mittersill gemeldet, sind dann jedoch weggezogen.

Im Zuge der Friedhofserweiterung Anfang der 70er Jahre wurden die leiblichen Überreste von Anton und Wilhelmine exhumiert und an dieser Stelle begraben. Das ursprüngliche Grab, stand ein paar Grabreihen nördlicher. Dieses Grab zierte von 1946 – 1955 ein einfaches Lärchenholzkreuz, welches von Josef Humplik – dem Ehemann von Hildegard Jone – entworfen wurde, und von 1955 – 1972 stand bei dem früheren Grab ein verziertes Kreuz aus Eisen, welches von Maria Halbich, in Auftrag gegeben wurde und später für die Grabstätte von Ferdinand Halbich in St. Veit verwendet wurde. Die jetzige denkmalgeschütze Grabanlage mit dem Grabstein aus afrikanischen Marmor, welcher von Amalie in Auftrag gegeben wurde, steht seit 1972 an dieser Stelle und wird im gleichen Jahr von der damaligen Makrtgemeine Mittersill als Ehrengrab übernommen.. Maria Halbich, welche am 02.12.2000 in Wien verstorben ist, wurde nach ihrem Tod neben ihren Eltern begraben.

Auf der Rückseite des Grabsteines kann man die Anfangszeilen des Gedichtes Das Augenlicht von Hildegard Jone lesen, welches von Webern 1935 vertont wurde und seiner Tocher Amalie gewidmet ist. Jone's Dichtung, die sich vor allem durch ihre intimen, mystizistischen, christlichen und naturverbundenen Elemente auszeichnet, war für Webern äußert wichtig, denn alle seine Vokalwerke ab 1933 haben als Grundlage einen Text von Jone. Das Grab von Webern war oft Schauplatz für Kranzniederlegungen und Gedenkveranstaltungen. So wurde 2015 anlässlich des 70jährigen Todestages im Zuge des Kofomi am Friedhof eine Kunstperformance aufgeführt, die an Weberns Engagement in der Arbeiter_innenmusikbewegung erinnern sollte. Diese Kunstperformance war eine Choraktion mit mehreren Chorwerken, unter anderem denen, die Webern damals im Wiener Arbeiter_innensingverein dirigiert hatte. Der Chor bestand aus früheren Teilnehmer_innen am Komponist_innenforums.

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